Biomethan für Bad Mergentheim

Am 31.08.2015 wurde der Probebetrieb der Biogaseinspeiseanlage Bad Mergentheim erfolgreich abgeschlossen. Seit dem 05.05.2015 wird durch die am Vorderen Kitzberg neu errichtete Biogaseinspeiseanlage bis zu 450 Normkubikmeter pro Stunde Biomethan in das Gasnetz des Stadtwerks Tauberfranken eingespeist.

Das Biogas wird in einer Biogasanlage im Gewerbegebiet Tauberhöhe in Weikersheim produziert. Dort wird es zu Biomethan (einem erdgasähnlichen Gas) aufbereitet und in der circa neun Kilometer entfernten Biogaseinspeiseanlage in das Erdgasnetz eingespeist.

Die Anlage zur Erzeugung, Aufbereitung und Einspeisung von Biogas besteht aus den drei Anlagenkomplexen Biogasanlage, Biogasaufbereitungsanlage und Biogaseinspeiseanlage und wird in dieser Projektkonstellation durch drei verschiedene Betreiberfirmen durchgeführt. Die Biogasanlage vergärt nachwachsende Rohstoffe zu Biogas. Das Biogas wird in der Biogasaufbereitungsanlage von Störstoffen (hauptsächlich Kohlenstoffdioxid, Schwefelwasserstoff und Feuchte) befreit. In der nachfolgenden Biogaseinspeiseanlage wird das durch die Aufbereitung entstandene Bioerdgas auf den Druck im Erdgasnetz komprimiert, die Gasmenge und Gasqualität gemessen und dann in das Erdgasnetz eingespeisst.

Deutschlandweit sind die Gasnetzbetreiber der jeweiligen Gasnetze gesetzlich verpflichtet, den gesamtwirtschaftlich günstigsten Netzanschluss zu realisieren und die Einspeisung von Bioerdgas durchzuführen. Für das beschriebene Projekt ist damit die Stadtwerk Tauberfranken GmbH für die Einspeisung verantwortlich.

Die seit dem Sommer 2014 durch das Stadtwerk Tauberfranken veranlassten Baumaßnahmen umfassen ein Gebäude zur Überwachung der Gasqualität am Standort der Biogasanlage im Gewerbegebiet Tauberhöhe, eine über neun Kilometer lange Verbindungsleitung für Biomethan zwischen dem Gewerbegebiet und dem Vorderen Kitzberg, eine Biogaseinspeiseanlage und die Erneuerung der am Vorderen Kitzberg bestehenden Übergabestation des Erdgases.

Bis auf die Biomethanleitung wurden die Baumaßnahmen durch die Münchner Rohrleitungs- und Anlagenbaufirma Schandl GmbH durchgeführt. In der Planung und Koordinierung wurde die Firma Schandl unter anderen durch die Firma ek engineering GmbH unterstützt.

Evelyn Kaestle, ek engineering GmbH, http://www.ek-engineering.de